Bewegung ist das A und O bei Arthrose

Knorpelschaden im Knie frühzeitig behandeln

Bonn, 17.12.2018 Der Gelenkverschleiß des Knies führt dazu, dass Knorpel im Kniegelenk zerstört wird, am Ende reibt Knochen auf Knochen. Die Folgen einer solchen Kniearthrose sind zumeist anhaltende, teils erhebliche Schmerzen und Bewegungs-einschränkungen. Im Extremfall versteift das Knie. Bei einer fortgeschrittenen Kniearthrose sind daher oft eine Operation und ein künstliches Gelenk erforderlich. Das Voranschreiten der Arthrose lässt sich mit einer frühzeitigen Therapie verlangsamen. Der kostenlose Ratgeber „Kniearthrose – Therapie und Schutz der Gelenke“ vom Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz BGV zeigt auf, wie Patienten mit der richtigen Behandlung und Mobilisierung ein Fortschreiten der Arthrose verhindern und die Beweglichkeit des Gelenks lange erhalten können.

Bewegungs- und Physiotherapie
Trotz zum Teil erheblicher Schmerzen sollte man den Veränderungen im Kniegelenk nicht durch Schonung, sondern durch Bewegung begegnen! Bewegung ist das A und O, denn das Knorpelgewebe muss weiter ernährt werden. Nicht nur die Bildung der notwendigen Gelenkschmiere wird so gefördert, auch der Knorpelstoffwechsel wird auf Trab gehalten. Obendrein werden Muskeln aufgebaut, die dem Gelenk zusätzlich Stabilität verleihen. Hierauf zielen auch die Bewegungs- sowie die Physiotherapie, die man sich ärztlich verordnen lassen kann. Für jedermann empfehlenswert sind darüber hinaus gelenkfreundliche Aktivitäten wie Schwimmen, Wandern oder Radfahren.

Rat des Arztes einholen
Bei anhaltend schmerzenden Knien sollte man einen Arzt, am besten einen Orthopäden, aufsuchen. Je eher eine Arthrose diagnostiziert und die Behandlung begonnen wird, desto höher ist die Chance, größere Schäden am Gelenk und dauerhafte Schmerzen zu mildern. Zur Behandlung akuter Arthroseschmerzen kommen entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zum Einsatz, die als Salbe, Gel oder Spray äußerlich angewendet oder als Tabletten eingenommen werden. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen werden NSAR-Tabletten nach genauer Abwägung der Risiken erst dann verordnet, wenn die äußerliche Therapie nicht ausreicht. Außerdem dürfen die Schmerztabletten nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Für Patienten mit leichten bis mittelschweren Beschwerden, für die keine Therapie mit NSAR infrage kommt, empfehlen Fachärzte die Einnahme von Glucosamin sowie die Gabe von Hyaluronsäure und Kortison. Welche Medikamente der Arzt verordnet, richtet sich nach dem Schweregrad der Arthrose und der Intensität der Schmerzen.

Therapie mit Hyaluronsäure
Immer häufiger empfehlen Orthopäden bereits in einem frühen Stadium der Arthrose eine Therapie mit Hyaluronsäure. Aus gutem Grund: Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil der Gelenkflüssigkeit, die als Schmiermittel des Gelenkes dient und für die Nährstoffversorgung des Knorpels wichtig ist. Man weiß, dass sich infolge der Arthrose die Gelenkflüssigkeit verändert. So nimmt auch die Konzentration der Hyaluronsäure ab. Das Gelenk wird dadurch weniger gut geschmiert, Bewegungen werden schlechter gedämpft und der Knorpel weniger gut geschützt. Eine Therapie mit Hyaluronsäure, die direkt in das Kniegelenk gespritzt wird, kann dem entgegenwirken. Hochmolekulare, also zähflüssige Hyaluronsäure, zeigt hier besonders gute Effekte und eine lange Schutzwirkung. Zudem regt sie die Produktion körpereigener Hyaluronsäure an und trägt damit nachhaltig zur Besserung der Gelenkschmerzen bei.
Auch nationale ärztliche Gremien1 empfehlen die Hyaluronsäure-therapie zum Einsatz bei Arthrose. Die Therapie bietet zudem den Vorteil, unerwünschte Nebenwirkungen von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac zu umgehen, besonders bei älteren Patienten oder Behandelten, die unter Magen-Darm-, Herz- oder Nierenproblemen leiden.

Kostenloser Ratgeber
Die Broschüre „Kniearthrose – Therapie und Schutz der Gelenke“ informiert ausführlich über die Entstehung einer Kniearthrose und stellt Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung vor. Sie kann kostenlos bestellt werden beim BGV, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.bgv-kniearthrose.de

 

1 Leitlinie zur Behandlung der Gonarthrose. Federführende Fachgesellschaft: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC); AWMF-Registernummer: 033-004; Stand: Januar 2018; www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-004l_S2k_Gonarthrose_2018-01_1.pdf