Wie zeigt sich Kniearthrose?

Im frühen Stadium der Erkrankung spricht man aus gutem Grund auch von einer stummen Arthrose. Während der Arzt bei einer gezielten Diagnose zu diesem Zeitpunkt bereits erste Schäden am Knorpel feststellen kann, hat der Betroffene häufig noch keine Beschwerden. Das liegt daran, dass Knorpelgewebe nahezu keine Nerven besitzt und wir den Knorpelverschleiß daher erst spüren, wenn die Gelenkinnenhaut gereizt ist, das Gelenk oder die Knochen beeinträchtigt sind.

Welche Veränderungen spüren Betroffene?

Beschwerden bei Kniearthrose:

  • Gelenkgeräusche
  • Belastungsschmerzen
  • Anlaufschmerzen
  • Steifheits- und Spannungsgefühl im Gelenk (Morgensteifigkeit)
  • Bewegungsschmerzen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Versteifungen
  • Dauerschmerzen
  • Überwärmung und Schwellung des Gelenkes

Wenn es in Ihrem Knie beim Beugen und Strecken knirscht, bedeutet dies, dass sich das Gelenk nicht reibungslos bewegt. Das kann zunächst unbedenklich sein, es besteht jedoch die Gefahr, dass bei Belastungen Knorpelpartikelchen abgerieben werden. Damit kann das Knirschen ein Hinweis auf eine beginnende Kniearthrose sein. Eindeutig wird es, wenn Sie bei Belastungen, etwa beim Treppensteigen, einen stechenden Schmerz spüren oder nach einer Ruhephase die ersten Bewegungen schmerzen. Diese sogenannten Anlaufschmerzen treten z. B. beim Aufstehen nach längerem Sitzen oder beim Loslaufen nach längerem Stehen auf. Mit fortschreitendem Verschleiß werden Sie auch merken, dass die Beweglichkeit des Knies nachlässt und es sich steif anfühlt. Ganz typisch ist die Morgensteifigkeit. Außerdem kann der Knorpelabrieb die empfindliche Gelenkinnenhaut reizen und eine Entzündung auslösen. Zusätzlich zu den Schmerzen, die nun häufig dauerhaft bestehen, fühlt sich das Gelenk dann warm an und kann geschwollen sein.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Kniearthrose?

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Beschreiben Sie den Verlauf der Beschwerden und die Schmerzen so genau wie möglich. Diese Informationen sind Grundlage für die Diagnose und Therapie.

Wenn Sie an den beschriebenen Kniebeschwerden und -schmerzen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Am besten, Sie gehen direkt zu einem Orthopäden, er ist der Facharzt für Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Zunächst wird der Arzt Sie zu Ihrer Krankheitsgeschichte, möglichen Vorerkrankungen und Verletzungen sowie Ihren körperlichen Aktivitäten befragen und Sie bitten, Ihre Beschwerden genau zu beschreiben. Um das Ausmaß Ihrer Schmerzen abschätzen zu können, wird er Sie möglicherweise einen Schmerzfragebogen ausfüllen lassen. Dabei beurteilen Sie mittels einer Bewertungsskala u. a. Ihre Schmerzen beim Gehen, Treppensteigen und im Ruhezustand. Hinzu kommen Fragen zur Gelenkbeweglichkeit und möglichen Einschränkungen bei Ihren Alltagstätigkeiten.

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Auf dem Röntgenbild ist der Gelenkspalt zu erkennen. Typisches Zeichen für Kniearthrose ist eine deutliche Verschmälerung des Gelenkspaltes zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein.

Im Anschluss an das Diagnosegespräch finden körperliche Untersuchungen und Tests zur Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit des Gelenkes statt. Eine Ganganalyse, bei der Gehgeschwindigkeit, Gangsymmetrie und Kraftverteilung gemessen werden, kann wichtige Anhaltspunkte zur Belastbarkeit des Gelenkes liefern.

Schließlich wird der Arzt das Gelenk röntgen. Knorpelgewebe und damit auch Knorpelschäden sind auf dem Röntgenbild nicht dargestellt. Der Arzt kann jedoch Fehlstellungen, Deformierungen der Gelenkknochen und eine Verschmälerung des Gelenkspaltes erkennen und damit den Schweregrad der Arthrose einschätzen. Um den Zustand des Gelenkes noch eingehender beurteilen zu können, wird der Arzt möglicherweise weitere diagnostische Verfahren wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Ultraschall (Sonographie) oder arthroskopische Untersuchungen (Kniespiegelung) durchführen.

Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?

Arthrose und Arthritis sind schmerzhafte Erkrankungen der Gelenke.

Arthrose ist eine sogenannte degenerative Erkrankung, die durch Verschleiß und Abnutzung des Gelenkknorpels entsteht. Sie kann bei Überbelastungen auch mit Entzündungen einhergehen.

Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke, die nicht durch Über- oder Fehlbelastung verursacht wird. Sie kann Folge von Autoimmunreaktionen (u. a. rheumatoide Arthritis, Psoriasisarthritis), Stoffwechselerkrankungen (Gicht) oder einer bakteriellen Infektion sein. Meistens sind mehrere Gelenke betroffen.

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