Was ist Arthrose?

Arthrose ist die medizinische Bezeichnung für langsam fortschreitende Abnutzungserscheinungen am Gelenkknorpel, die bis hin zur komplett zerstörten Knorpelschicht führen können. Sie ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung bei Erwachsenen und gilt in Deutschland als bedeutendste chronische Erkrankung des Bewegungsapparats.

Ab einem Alter von 70 Jahren sind etwa die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer betroffen. Bei ihnen ist die Knorpelschicht so weit geschädigt, dass die Gelenkknochen bei Bewegungen schmerzhaft aufeinander reiben.

Aufbau des Gelenkes und Bedeutung des Knorpels für die Beweglichkeit des Gelenkes

Gelenke sind die beweglichen Verbindungen an den Knochenenden. Erst durch die Gelenke, die über Muskelkraft bewegt werden, sind koordinierte Bewegungsabläufe möglich.

Zum Schutz der Gelenke sind alle Gelenkflächen mit einer elastischen, strapazierfähigen Knorpelschicht überzogen. Die Knorpelschicht schützt die Knochen und sorgt durch ihre glatte Oberfläche für eine reibungsarme Bewegung des Gelenkes. Gleichzeitig wirkt der Knorpel als Druck- und Stoßdämpfer und kann enorme Kräfte, die bei starker Belastung auf die Gelenke einwirken, abfangen.

Zwischen den beiden mit Knorpel überzogenen Knochenenden befindet sich der Gelenkspalt. Er ist, wie die gesamte Gelenkhöhle, mit einer zähen Flüssigkeit, der Gelenkschmiere, gefüllt. Diese wirkt wie ein Gleitmittel und hat ebenfalls stoßdämpfende Wirkung. Zudem versorgt die Gelenkflüssigkeit den Knorpel mit Nährstoffen.

Die Gelenkkapsel bildet die schützende Außenhülle des Gelenkes.

Welche Ursachen und Risiken gibt es?

Mitunter wirken auf Gelenk und Knorpel Kräfte, die mehr als dem 5- bis 7-Fachen des Körpergewichts entsprechen. Setzen wir unsere Gelenke anhaltend solch hohen oder auch falschen Belastungen aus, steigt das Risiko für den Verschleiß an der Knorpelschicht. Auch starkes Übergewicht belastet Gelenk und Knorpel und kann die Entwicklung einer Arthrose beschleunigen. Zudem führen oftmals bereits kleine Fehlstellungen der Gelenkknochen zu einer ungünstigen Krafteinwirkung und fördern die Abnutzung.

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Kniende und hockende Tätigkeiten sind eine extreme Belastung für die Knie. Kniearthrose ist daher als Berufskrankheit anerkannt.

Doch nicht nur extreme und einseitige Belastungen wie z. B. langes Knien oder bestimmter Sport wirken sich negativ auf die Knorpelgesundheit aus. Mangelnde Bewegung schadet ebenfalls. Da Knorpel keine Blutgefäße besitzt, erfolgt die Nährstoffversorgung über die Gelenkflüssigkeit (Synovia), die von der Gelenkinnenhaut gebildet wird. Damit die Nährstoffe überhaupt in das Knorpelgewebe gelangen können, muss eine regelmäßige Be- und Entlastung des Knorpels stattfinden. Auf diese Weise wird die nährstoffreiche Gelenkflüssigkeit sozusagen in den Knorpel eingewalkt.

Risikofaktoren für Arthrose:

  • Überbelastung (Schwerarbeit, Extremsport)
  • starkes Übergewicht
  • Alter
  • Bewegungsmangel
  • Verletzungen
  • Gelenkfehlstellungen
  • genetische Veranlagung
  • Stoffwechselstörungen
  • Gelenkentzündungen

Eine nicht unerhebliche Rolle für das Erkrankungsrisiko spielt das Alter. Zusätzlich zu den langfristigen Belastungen verändert sich die Knorpelsubstanz. Der Knorpel verliert mit den Jahren die Fähigkeit, Wasser zu binden. D. h., er wird spröde und büßt nach und nach seine dämpfende Eigenschaft ein. Gelenkbelastungen wirken sich daher stärker aus, bestehende leichte Knorpelverletzungen aus der Vergangenheit schreiten schneller fort und kleinere Schäden addieren sich auf.

Außerdem können Verletzungen an Gelenk und Knorpel, bestimmte Erkrankungen wie z. B. Rheuma, Stoffwechselstörungen sowie eine genetische Veranlagung an der Entwicklung von Arthrose beteiligt sein.

Wie verläuft die Erkrankung?

Sofern der Knorpelschaden nicht akut infolge einer Verletzung auftritt, entwickelt sich die Arthrose in einem langsamen, aber stetigen Prozess. Zunächst verliert der Knorpel an Elastizität, wird dünner und spröder. Die vormals glatte Knorpeloberfläche wird zunehmend rau, porös und kann brechen. Bei Bewegung des Gelenkes tritt nun vermehrter Knorpelabrieb auf. Auch der darunterliegende Knochen wird immer stärker in Mitleidenschaft gezogen. Häufig bilden sich zackenförmige Knochenvorsprünge und der Knochen beginnt sich zu verformen. Bei Überbelastung kann die Knochenstruktur stellenweise einbrechen.

Krankheitsstadien

Die Knorpelschicht wird porös und zunehmend dünner. Die Gelenkknochen werden in Mitleidenschaft gezogen. Bei fortgeschrittener Abnutzung reiben die Knochen schmerzhaft aufeinander.

In fortgeschrittenem Stadium wirken sich die Veränderungen auf die Stabilität und Bewegungsfähigkeit des gesamten Gelenkes aus.

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Unsere Knie werden im Alltag, z. B. beim Treppensteigen, ständig stark belastet und sind anfällig für Verschleiß. Gonarthrose, so die medizinische Bezeichnung für Kniearthrose, ist daher die häufigste Arthroseform.

Zusätzlich können abgelöste Knorpel- und Knochenteilchen, die sich frei in der Gelenkkapsel bewegen, das Gelenk schädigen und eine Entzündung auslösen. Dies facht das Krankheitsgeschehen weiter an. Die Beweglichkeit des Gelenkes ist irgendwann spürbar eingeschränkt. Gleichzeitig verliert der Knorpel durch fortschreitenden Abrieb immer weiter an Substanz. Ist die schützende Knorpelschicht vollständig abgenutzt, reibt am Ende schmerzhaft Knochen auf Knochen.

Welche Gelenke sind betroffen?

Arthrose kann an jedem Gelenk auftreten. Besonders anfällig sind die stark beanspruchten Gelenke wie Hände, Hüfte und Knie. Am häufigsten entwickelt sich Arthrose im Kniegelenk. Kein Wunder – das größte Gelenk unseres Körpers ist nicht nur besonders verletzungsanfällig, es trägt auch einen Großteil unseres Körpergewichts und ist beim Beugen, Strecken und Knien immer wieder enormen Druck- und Beschleunigungskräften ausgesetzt. Bei einer Kniebeuge wirkt etwa das 7- bis 8-Fache unseres Körpergewichts auf das Knie. Bei fast allen Menschen macht sich diese Belastung irgendwann schmerzhaft bemerkbar. Ab einem Alter von 50 Jahren klagt etwa jeder Zweite über wiederkehrende Knieschmerzen.

Weiter: Wie zeigt sich Kniearthrose?

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